Hurleyclassic / Eurocup 2004

Casper vernascht den Tiger !

Das in England, auf der Insel, im Königreich, dem Land wo man auf der falschen Seite Auto fährt, seltsame Dinge geschehen ist uns allen klar. Aber am vergangenen Wochenende wurde bei EuroCup Rodeo in Hurley noch eins oben drauf gesetzt. Aus ganz Europa kamen die Freestyler um das erste der drei EuroCup Rodeos zu bestreiten…

Angefangen hat alles vor ein paar Monaten als entschieden wurde, dass der Event in England zur Quali für die WM in Australien zählen soll. Ich glaube ich wäre sonst auch erstmal nicht auf die Idee gekommen dorthin zu fahren. So buchte Susanne unsere Flüge im Internet. Kaum zu glauben, dass man für 40€ !!! von München nach London und zurück fliegen kann…EasyJet macht es möglich.
Auf der Insel gelandet ging es dann mit Ingrid Schlott, ihres Zeichens Teamcaptain und Big Mama der deutschen Nationalmannschaft, vom Flughafen nach Longridge, einem Pfadfindercamp welches eigens als Rodeocamp umfunktioniert wurde. Die Fahrt dorthin war auch relativ reibungslos. Malte Reinders (K1 Junior) hatte es im Flugzeug den Magen verdreht. “ Eyy, scheisse, jetzt bin ich einmal in England und dann muss ich die ganze Zeit reiern!“

Freitag war dann erster Wettkampftag. Vorläufe der Herren standen gleich am Anfang auf dem Programm. Im allerersten Heat musste dann auch schon Simon Strohmeier (Team Wavesport) ran. Er zeigte auch gleich was in der Welle geht, zeigte Coolness und Kontrolle und legt die Latte für die anderen sehr hoch…zu hoch, denn an diesem Tag sollte keiner so gut sein wie er…Tobi Bersch und Seppi Strohmeier beherrschen den Spot ebenfalls und fahren in das Halbfinale der besten 15. Und ich??? Naja, nach einem Trainingslauf und zwei Wertungsläufen lande ich auf Platz 17…mmmmhhhh…..immerhin noch unter den besten 5 der Deutschen und somit Anwärter auf einen Teamplatz für die WM. Am folgenden Abend gab es dann verkochte „Frustspaghetti“ mit schlechter Fertigsosse für alle! Ich habe sie gekocht…danke nochmals an alle, die wenigstens so getan haben, als ob es schmecken würde!

Am Samstag ging es dann auch recht sportlich weiter. Das Wetter gab sicherlich einiges dazu. 12 Grad, Regen und Windstärken jenseits der Orkanskala machten selbst den Aufenthalt im beheizten Grossraumzelt zum gefährlichen Unterfangen. Einzig der Fussballfeldgrosse Plasma-TV, auf dem Live-Bilder vom Spot übertragen wurden, schaffte es die Stimmung oben zu halten. Auf diesem sahen wir dann auch die Halbfinalläufe. Zum Beispiel den von Markus Hummel (Augsburg) im C1, dieser fuhr nämlich mal schnell unserem Stephan Forster äähh Förster Patesch ähhh Pätsch um die Ohren und qualifizierte sich für den fünfer Head-to-Head. Klasse! Bei den K1 Damen schaffte es Ingrid Schlott (Team Wavesport) ebenfalls ins Finale. Jutta Kaiser (Team Wavesport) verpasste dies nur knapp und landete auf Platz 6. Susanne Spölmink (Team Dagger) folgte auf 11.
Bei den grossen Jungs sollte es dann aber noch spannend werden. Seppi legt zwei konstante, sehr gute Läufe hin. Ebenso Tobi Bersch und der junge Holländer Casper. Casper startet zum ersten mal in der Herren Klasse und hat den ganzen Winter im Schwimmbad Flachwassercartwheels geübt…er kommt als fünfter in den Head-to-Head. Als aber die Ergebnissliste kommt trauen wir unseren Augen nicht….Seppi leider nur 6. (Echt schade, denn seine Läufe waren beide Top und er hätte es echt verdient!!!) Casper auf 5, Mark Birkbeck 4, Matt Tidy 3, Simon Strohmeier auf 2 und Tobi an der Spitze.

Finale:
Die Stimmung wurde zusehens besser, besonders als unser Stephan „Förster“ Pätsch in ALLEN Läufen mit einem Loop startet, diesen auch voll durchzieht und dann noch ein wenig rumwheelt…er gewinnt den C1 Bewerb hoch verdient! Gratulation!

Bei den Damen gewinnt Deb Pinniger (Team Wavesport). Sie hätte auch locker bei den Jungs starten können!

Reine Nervensache war dann das Finale der K1 Herren. Wurden doch eigentlich nur Sicherheitsläufe gezeigt und keine, noch im Vorfeld so gross angekündigten Clean PanAm´s Münchener Schule…Schade. Aber so kommt eins zum anderen, als erster fliegt Simon, dann Mark Birkbeck, anschliessend Matt Tidy. Nun muss Tobi vorlegen (ich glaube das mag er nicht besonders). Sein lauf war aber ok, ein Sicherheitslauf eben. Casper kontert logischerweise und setzt mit einem Tricky Woo noch eins drauf….gewinnt hochverdient! Hut ab, Respekt, Gratulation!

Gefeiert wurde natürlich auch. In einem weiteren Grossraumzelt unweit unserer Schlafstätte (10m) gab es reichlich zu Essen (zumindest haben die Briten das so genannt), noch mehr Live-Hip-Hop-Musik und das ein oder andere Bierchen. Highlight war aber der grosse aufblasbare Boxring, in dem man mit übergrossen Boxhandschuhen seinem Kontrahenten so richtig einheizen konnte.
Um 23Uhr gab es dann noch Huckepack-Poging bevor dann um 2 ganz Schluss war. Definitiv eine der besten Partys die ich je erleben durfte. Ein Benehmen diese Rodeorüpel ;-)

Ein grosses Dankeschön möchte ich im Namen aller Deutschen Rodeopaddler und unserer zwei Österreichischen Gäste aussprechen. Ingrid hat sich sagenhaft um alles gekümmert, worum man sich nur kümmern konnte. Shuttle vom und zum Flughafen, das Essen, die Unterkunft, Anmeldungen, Bootstransport und und und…das werden wir dir nie vergessen!!!
Danke auch an Hans Mayer, der seinem VW-Bus als Bootsshuttle zur Verfügung gestellt hat…und, ach ja….danke an EasyJet und Ryan Air für die sagenhaft güstigen Flüge.

Fazit: Das Hurleyclassic zählt zu den Mussterminen der Saison! Wer noch dazu die feine englische Küche (Backkartoffel mit Thunfisch und Rosinen oder Lachs mit Lakritzsosse) mag, fühlt sich hier so richtig wohl.

So far….Nico (zur Zeit beim Geheimtraining im Schwimmbad)

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